Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt. 1. Joh. 2,8b
Liebe Brüder, Mit Gottes Schöpferwort „Es werde Licht“ begann alles Leben – und ohne Licht kann Leben nicht gedeihen. In der dunklen Jahreszeit brauchen von Depressionen betroffene Menschen eine Lichttherapie, um das Leben wieder spüren zu können.
In den Johannes-Briefen bezeichnet die Finsternis eine von Gott entfremdete Welt, in der der Mensch sich selbst zum Gott gemacht hat und mit dem kleinen Licht seiner Vernunft nur tierischer als jedes Tier erscheint, wie Goethe es Mephistopheles aussprechen lässt. Das Licht steht dagegen für die Gegenwart Gottes in der Welt, Sein Wirken im Wort des Evangeliums, die gottesdienstliche Feier der Kirche, in der Seinem Namen die Ehre gegeben, Sein Heil verkündigt und erfahren wird.
Im Licht Gottes wird sichtbar, was das Leben verdunkelte, die Schatten müssen vor ihm fliehen. Im Lichtstrahl des göttlichen Wortes erscheint das Gericht über alles gottlose Wesen, die reinigende Flamme, die verzehrt, was die Sinne und das Herz gefan gengenommen hatte, und die von allen Fesseln befreit. Gottes Licht erleuchtet und zeigt uns die Wahrheit über uns selbst, unsere Sehnsucht nach Leben, die nur in dem Gott erfüllt werden kann, der alles Leben gab und zu seinem Ziel führt. Es zeigt uns die Wahrheit über Gott, der uns in Seinem Licht des Gerichtes und der Gnade begegnet und uns ausrichtet auf den Weg, in dem sich unser Leben erfüllt, zum gesegneten und Segen bringenden Leben wird.
Dazu helfen uns die Momente, in der wir den Strahl des göttlichen Lichtes auf uns spüren, wenn uns Sein Wort anspricht, wenn wir an unsere Taufe erinnert werden, in der uns Gott als Seine Kinder angenommen hat, wenn wir mit dankbarem Herzen Christus selbst im heiligen Mahl empfangen und unser Amen zu Seinem Verheißungswort sagen.
Gott führt uns in Seinem Licht auf den Weg der Wandlung hin zu dem, was wir in Seinen Augen bereits sind: von Gott begabte Kinder, Teilhaber ewigen Lebens, aus neuer Wurzel genährte Menschen. Schritt um Schritt können uns die Sonntage der Epiphaniaszeit dieses Geheimnis erschließen und uns immer wieder auf den Weg zu Gott und damit zu uns selbst geleiten.
Eine gesegnete Zeit wünscht Euch
Euer Bruder Heiko Wulfert
Das Bild zeigt den Altarraum der Klosterkirche Engelthal in weihnachtlichem Schmuck. Das Licht umfließt den Hochaltar und das über der Altarmensa hängende Kreuz.