Impuls in der Fastenzeit: Aschermittwoch 2026

Denn Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück. 1 Mose 3,19

Meine Brüder, mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit, mit der wir uns aufs Osterfest vorbereiten. Dass dieser Startpunkt auf einen Werktag, gerade auf einen Mittwoch fällt, hat einen Grund: 40 Werk- und Fastentage sind es von Aschermittwoch bis Karsamstag. An Sonntagen wird nicht gefastet! Bei den 40 Tagen können wir an das Fasten Jesu in der Wüste denken (Matthäus 4,2) oder an die 40-jährige Wüstenwanderung des Gottesvolkes.

Vom Wert des Fastens ist in unserer Regel manches gesagt (Ziffer 16 und 17). Das Evangelium vom Aschermittwoch mahnt, dabei die richtige Haltung zu wahren: Das Fasten darf nicht zur Vorzeige-Askese werden. „Wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist“ (Matthäus 6,17f).

Diskret soll das Fasten sein, damit man sich nicht um seine geistlichen Früchte bringt. Demgegenüber beginnt die Fastenzeit mit einer ziemlich dramatischen Geste: mit einem Aschenkreuz auf der Stirn. Asche auf dem Haupt: die Geste ist uralt. Als Hiob von allen nur denkbaren Schicksalsschlägen heimgesucht wird, besuchen ihn drei Freunde. „Und ein jeder zerriss sein Kleid, und sie warfen Staub gen Himmel auf ihr Haupt“ (Hiob 2,12). Asche und Staub – in der Geste stecken Trauer, Bestürzung, auch Reue.

Asche auf dem Haupt: ganz körperlich bringt das zum Ausdruck, dass mein Leben nicht in Ordnung ist, so wie es ist. Zugleich erinnert die Asche mich daran, dass ich nicht „wie Gott“ bin: „Gedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“ Unser Messbuch ergänzt diesen Satz zur Aschen-Auflegung: „Christus aber wird dich auferwecken.“ Mit Christus gehe ich durch die 40 Tage der Bußzeit – der Auferstehung entgegen.

Eine gesegnete und fruchtbare vorösterliche Fastenzeit wünscht Euch

Euer Bruder Florian Herrmann

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