Hausgebet für den 16. Sonntag nach Trinitatis

Liturg:
Im Namen Gottes, des Vaters

Alle:
Amen.

Alle:
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus Und die Liebe Gottes Und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen.

 

Wochenspruch

Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium.

(2.Timotheus 1,10b)

Lied: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend (EG 155)
Text: Wilhelm II. von Sachsen-Weimar (?) 1648; Str.4 Gotha 1651; Melodie: Gochs-heim/Redwitz 1628, Görlitz 1648
1.
Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, / dein‘ Heilgen Geist du zu uns send, / mit Hilf und Gnad er uns regier / und uns den Weg zur Wahrheit führ.
2.
Tu auf den Mund zum Lobe dein, / bereit das Herz zur Andacht fein, / den Glauben mehr, stärk den Verstand, / dass uns dein Nam werd wohlbekannt,
3.
bis wir singen mit Gottes Heer: / »Heilig, heilig ist Gott der Herr!« / und schauen dich von Angesicht / in ewger Freud und sel’gem Licht.

Psalm 146
Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
Verlasset euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Denn des Menschen Geist muss davon, und er muss wieder zu Erde werden; dann sind verloren alle seine Pläne.
Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn, seinen Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darinnen ist;
der Treue hält ewiglich, der Recht schafft denen, die Gewalt leiden, der die Hungrigen speiset.
Der Herr macht die Gefangenen frei. Der Herr macht die Blinden sehend.
Der Herr richtet auf, die niedergeschlagen sind. Der Herr liebt die Gerechten.
Der Herr behütet die Fremdlinge und erhält Waisen und Witwen; aber die Gottlosen führt er in die Irre.
Der Herr ist König ewiglich, dein Gott, Zion, für und für. Halleluja!
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewig-keit. Amen

Anrufung
Liturg:
Du bist meine Zuversicht, H

Alle:
meine Hoffnung von meiner Jugend an.

Liturg:
Gott des Lebens, nimm dein Licht nicht von uns. Gott des Lebens, setze deiner Freude in uns keine Grenzen. Gott des Lebens, schließe nicht deine Tür vor uns. Gott des Lebens, verwehre uns deine Gnade nicht
– Stille –

Du, Gott des Lebens,

Alle:
in dich setzen wir unsere Hoffnung.

Liturg:
Gott des Lebens, die Ewigkeit kann dich nicht fas-sen und unsere beschränkten Worte können die Größe deiner Güte nicht einfangen. Dennoch: Komm in unsere bekümmerten Herzen. Komm du uns in der Stille nahe und richte uns auf.
– Stille –
Du, Gott des Lebens,

Alle:
in dich setzen wir unsere Hoffnung.

Liturg:
Gott des Lebens, schenke uns deine Vergebung für unsere sorglosen Gedanken, für unsere unbe-dachten Taten, für unsere leeren Worte und alles Reden, mit dem wir andere verletzt haben:
– Stille –
Du, Gott des Lebens,

Alle:
in dich setzen wir unsere Hoffnung.

Liturg:
Gott des Lebens, führe uns hinaus über unser Ver-sagen durch falsches Verlangen, durch unser ver-kehrtes Tun, wo es von Hass erfüllt ist, durch un-sere Verschwendung deiner Gaben, durch unsere Versäumnisse, weil wir uns nicht gekümmert ha-ben:
– Stille –
Du, Gott des Lebens,

Alle:
in dich setzen wir unsere Hoffnung.

Liturg:
Christus, du voller Liebe, gehängt an den Baum des Kreuzes und doch auferstanden am Oster-morgen, vertreibe die Sünde aus unseren Herzen wie den Nebel von den Bergen, gründe neu, was wir vorhaben und tun, fülle mit Sinn, was wir sa-gen, und befreie uns, wer wir auch sind.
– Stille –
Du, Gott des Lebens,

Alle:
in dich setzen wir unsere Hoffnung.

Liedruf: Meine Hoffnung und meine Freude (freiTöne 43)
Text: katalanischer Spruch nach Jesaja 12,2; Melodie: Jacques Berthier 1989
(3 x gesungen)

 

Tagesgebet
Beten wir in der Stille zu Christus, dem Herrn des Lebens:
– Stille –
Alle unsre Tage haben ihr Licht von dem Morgen, an dem du die Nacht des Todes überwunden hast. Alle unsere Nächte, auch die letzte, haben ihren Trost von deiner Gegenwart, die du uns zugesagt hast. Hilf uns begreifen und bewahren, was deine Auferstehung uns eröffnet hat: überwunden ist, was uns bedrängt, vor uns aber liegt das Leben, das die Zeichen deiner Güte und deiner Treue trägt.

Lesung und Predigttext
22Die Güte des Herrn ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23sondern sie ist alle Mor-gen neu, und deine Treue ist groß. 24Der Herr ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. 25Denn der Herr ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. 26Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen. […] 31Denn der Herr verstößt nicht ewig; 32sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
(Klagelieder 3,22-26.31.32)

Hallelujavers
Halleluja. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den HERRN, der vom Tode errettet. Halleluja.

Lied: Jesus lebt, mit ihm auch ich (EG 115)
Text: Christian Fürchtegott Gellert 1757; Melodie: Jesus, meine Zuversicht (Nr. 526)
1.
Jesus lebt, mit ihm auch ich! / Tod, wo sind nun deine Schrecken? / Er, er lebt und wird auch mich / von den Toten auferwecken. / Er verklärt mich in sein Licht; / dies ist meine Zuversicht.
2.
Jesus lebt! Ihm ist das Reich / über alle Welt gegeben; / mit ihm werd auch ich zugleich / ewig herrschen, ewig leben. / Gott erfüllt, was er verspricht; / dies ist meine Zuversicht.
3.
Jesus lebt! Wer nun verzagt, / lästert ihn und Gottes Ehre. / Gnade hat er zugesagt, / dass der Sünder sich bekehre. / Gott verstößt in Christus nicht; / dies ist meine Zuversicht.

Predigtgedanken
Eine Frau erzählt mir, wie es gerade in ihrer Familie zugeht: Pflegebedürftiger Schwiegereltern, Kinder, die nicht in der Schule betreut werden können. Eine neue Arbeitsstelle, in der es noch nicht so recht klappt. Alles wächst ihr über den Kopf.
Ich stehe am Krankenbett. Der Patient hat bei der Flutkata-strophe fast alles verloren, ist alleinstehend und hat sich bei dem Versuch, noch etwas zu retten, eine langwierige Infektion am Bein zugezogen.
Ich stehe am Grab einer Frau, die lange gelitten hat, ihr Witwer ist verzweifelt, macht sich Vorwürfe und verkraftet dieses Ende seiner Frau und diesen Verlust nicht.
– Haben Sie solche Situationen schon einmal miterlebt? Was für Gefühle überkommen Sie? Mitleid, Fürsorge, Überforde-rung, Beklemmung…?
Immer wieder begegnet uns solches oder ähnliches Leid, wir sehen die Betroffenen und geraten oft selbst in ein Gefühls-chaos: Wir wollen oder sollten trösten, aber wie? Wir würden vielleicht lieber wegsehen, das Leid relativieren, den Leiden-den ablenken. Und selbst vielleicht auch. Und da ist auch ein Teil in uns, der erleichtert ist, dass es uns nicht selbst erwischt hat.
Jeremia sieht dem Leid in seinen Klageliedern ins Gesicht – noch mehr: Er gibt ihm ein Gesicht. Er lässt die geschundene Stadt Jerusalem selbst zu Wort kommen, lässt sie als „Frau Je-rusalem“ klagen und anklagen. Er geht dem Leid nicht aus dem Weg, sondern konfrontiert sich und uns damit. Das ist nö-tig, um auf den Weg der Heilung zu kommen, der erste Schritt.
Doch was können wir tun, wenn wir dem Leid anderer Men-schen nicht aus dem Weg gehen, sondern ihm begegnen wol-len? Tröstend und heilend wirken wollen, vielleicht auch, weil wir das als Nachfolge Jesu verstehen? Das ist ganz einfach und ganz schwierig zugleich: Zuhören, Ertragen, Schweigen. Aushalten, dass der andere leidet. Geduldig, zugewandt, lie-bevoll. Sicher kann man dazu auch Gesprächsführung, innere Haltung, Rituale und vieles mehr lernen und üben. Das hilft, auch einem selbst. Doch das Mit-Aushalten ist die Grundlage.
Woher die Kraft dazu nehmen? Aus uns selbst, die wir selbst leiden, selbst uns nach jemandem sehnen, der uns tröstet, der mit uns aushält? Das macht kaputt. Jeremia setzt seine Hoff-nung allein auf Gott: Gott ist barmherzig, mitfühlend wie eine Mutter. Er ist treu und verlässlich. Er ist gnädig, weil er unsere Begrenztheit kennt. Und: Er ist geduldig mit uns. Etwas, das vielen Menschen schwerfällt. Schnell wieder auf die Beine, schnell wieder „funktionieren“ sollen die Leidenden, das ist auch die Botschaft unserer Gesellschaft. Doch der Umgang mit Gott lehrt Geduld. Jeremia weiß: Am Ende wird sie sich be-währen, denn Trost braucht Zeit. So kann Trost wachsen, in uns und den Menschen, denen wir uns zuwenden.

Glaubensbekenntnis nach Dietrich Bonhoeffer
Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will. Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.
Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.
Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Fatum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

Lied: In dir ist Freude (EG 398)
Text: Cyriakus Schneegaß 1598; Melodie und Satz: Giovanni Giacomo Gastoldi 1591; geistlich Erfurt 1598
1.
In dir ist Freude in allem Leide, / o du süßer Jesu Christ! / Durch dich wir haben himmlische Gaben, / du der wahre Heiland bist; / hilfest von Schanden, rettest von Banden. / Wer dir vertrauet, hat wohl gebauet, / wird ewig bleiben. Halleluja. / Zu deiner Güte steht unser G’müte, / an dir wir kleben im Tod und Leben; / nichts kann uns scheiden. Halleluja.
2.
Wenn wir dich haben, kann uns nicht schaden / Teufel, Welt, Sünd oder Tod; / du hast’s in Händen, kannst alles wenden, / wie nur heißen mag die Not. / Drum wir dich ehren, dein Lob vermehren / mit hellem Schalle, freuen uns alle / zu dieser Stunde. Halleluja. / Wir jubilieren und triumphieren, / lieben und loben dein Macht dort droben / mit Herz und Munde. Halleluja.

Fürbitten
Gott des Lebens. Der Tod begegnet uns bei jedem Schritt über diese Erde. Seine Zeichen verdunkeln oftmals unser Herz: Mit Hast suchen Menschen sich Leben zu erhaschen. Die Angst voreinander lässt unsere Welt erkalten. Erfahrene Bosheit macht bitter und unversöhnlich. Dich rufen wir an:
Kyrie eleison
Betroffen suchen wir Zuflucht bei dir und bitten um Erbarmen für uns selbst, für die Menschen unserer Umgebung, für die ganze uns anvertraute Welt. Dich rufen wir an:
Kyrie eleison
Wir bitten für geängstigte Menschen, für alle, die klein gehal-ten werden von den Großen, für die Verhärteten und Ent-täuschten, für alle, die leiden unter ihrem Kleinglauben, für alle, die zukurz kommen wegen unserer Trägheit. Dich rufen wir an:
Kyrie eleison
Wir bitten besonders für alle, die ihren Tod vor Augen haben und für uns selbst, wenn unsere letzte Stunde kommt. Bleibe nahe, du Gott des Lebens, mit dem Segen, der uns birgt und zu neuem Leben erweckt. Dich rufen wir an:
Kyrie eleison

Vaterunser
Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung Sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit In Ewigkeit. Amen.

Lied: Bleib bei mir Herr (EG 488)
Text: Theodor Werner 1952 nach dem englischen »Abide with me« von Henry Francis Lyte 1847; Melodie: William Henry Monk 1861
1.
Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein. / Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein. / Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier? / Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir!
2.
Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht, / die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht; / umringt von Fall und Wandel leben wir. / Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir!
3.
Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein, / denn des Versuchers Macht brichst du allein. / Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier? / In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!
4.
Von deiner Hand geführt, fürcht ich kein Leid, / kein Un-glück, keiner Trübsal Bitterkeit. / Was ist der Tod, bist du mir Schild und Zier? / Den Stachel nimmst du ihm: Herr, bleib bei mir!
5.
Halt mir dein Kreuz vor, wenn mein Auge bricht; / im To-desdunkel bleibe du mein Licht. / Es tagt, die Schatten fliehn, ich geh zu dir. / Im Leben und im Tod, Herr, bleib bei mir!

Segen
Gott segne und behüte uns Er lasse sein Angesicht leuchten über uns Und sei uns gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf uns Und schenke uns Frieden. So segne und behüte uns Der gnädige und barmherzige Gott. Der Vater + der Sohn + und der Heilige Geist + Amen

Pfarrer Dr. Benjamin Härte
Rheinisch-Westfälischer Konvent der EMB

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