Gottesdienst vierter Advent

Salutatio / lit. Begrüßung:

L: Der Herr sei mit euch –

G: und mit deinem Geist

 

Hinführung:

Herzlich willkommen zum Gottesdienst heute, am letzten Sonntag vor dem Christfest.

Der Wochenspruch ruft uns zur Freude, auch wenn es in uns und um uns herum viel Sorge und Angst gibt: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe.“

In dieser Vorweihnachtliche Freude können wir diesen Gottesdienst feiern, im Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen!

 

Eingangslied: EG 17, 1-4 Wir sagen euch an den lieben Advent

 

Psalm

Mache dich auf, Gott,

und erbarme dich über Zion.

Ich weiß, dass du das Gebet des Verlassenen hörst

und das Rufen der Niedergebeugten nicht verschmähst.

Du bleibst nicht im Himmel,

in deiner heiligen Höhe.

Du siehst vom Himmel auf die Erde

und vernimmst die Klagen der Gefangenen.

Du eilst, sie loszumachen von ihren Banden.

Du kommst, damit dein Name wieder verkündet

und dein Lob gesungen wird.

Du führst die Völker zusammen

und bringst sie zu deiner heiligen Stätte.

Mache dich auf, Gott,

und erbarme dich über Zion.

Gloria Patri

Kommt, lasst uns anbeten:

G: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Tagesgebet:

Lasst uns beten.

Du willst unsere Herzen mit Freude erfüllen,

du gütiger und barmherziger Gott.

Wir danken dir, dass du für uns der ewige Grund der Freude bist,

und wir in wenigen Tagen einstimmen können in den Jubel der

Engel,

dich zu loben für das Geschenk deines Sohnes.

Er lebte unter uns wie unser Bruder

und hat uns deine Liebe vor Augen gemalt.

Wir danken dir, dass du in ihm einem jeden nahe bist,

den Kleinen wie den Großen,

den Jungen und Alten,

den Armen und Reichen.

Wir danken dir, dass du in ihm auch zu uns kommst,

um bei uns zu wohnen.

Amen.

G: Amen.

Schriftlesung:                                             KV

Lukas 1,26-38

26Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, 27zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. 28Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! 29Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? 30Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. 31Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. 32Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, 33und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. 34Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß? 35Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.  36Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, sie, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. 37Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. 38Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr. …

 

L: Evangelium unseres Herrn Jesus Christus 

In der Passionszeit:

L: Gelobt sei Jesus Christus in Ewigkeit – Amen

Wenn kein Evangelium gelesen wird, dann bitte verwenden: „Herr dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“

Oder „Selig sind die, Gottes Wort hören und bewahren.“

G: Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Lied vor der Predigt: EG 13 Tochter Zion

 

Impulspredigt: Lukas 1,46-55

Kanzelgruss: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! (2. Kor. 13,13)

 39Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt 42und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! 43Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. 45Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn.

46Und Maria sprach:

Meine Seele erhebt den Herrn,

47und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes;

48denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen.

Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.

49Denn er hat große Dinge an mir getan,

der da mächtig ist und dessen Name heilig ist.

50Und seine Barmherzigkeit währet für und für

bei denen, die ihn fürchten.

51Er übt Gewalt mit seinem Arm

und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.

52Er stößt die Gewaltigen vom Thron

und erhebt die Niedrigen.

53Die Hungrigen füllt er mit Gütern

und lässt die Reichen leer ausgehen.

54Er gedenkt der Barmherzigkeit

und hilft seinem Diener Israel auf,

55wie er geredet hat zu unsern Vätern,

Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.

56Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.

 

Liebe Gemeinde,

Das Magnifikat, der Lobgesang der Maria, ist ursprünglich ein Lied aus dem Alten Testament. Hanna hatte es gesungen aus Freude darüber, dass Gott sie nicht vergessen, sondern ihr noch in hohen Jahren ein Kind geschenkt hatte. Lukas stellt dieses Revolutionslied aus dem Alten Testament an den Anfang seines Evangeliums.

Es ist so etwas wie eine Ouvertüre für das, was dann kommt. Der Lobgesang der Maria – er ist das Wiegenlied für das Kind, den späteren Wanderrabbi und Bergprediger, dem ein reuiger Sünder mehr galt als 99 Gerechte, der den Gewaltlosen die Erde versprach und die rechtlosen Frauen in seine Nachfolge rief. Er weigerte sich, überhaupt einen Menschen als Feind anzusehen.

Er vergab auch noch denen, die ihn schließlich ans Kreuz schlugen und hinrichteten. Alles hat er auf den Kopf gestellt. Es ist Jesus von Nazareth, von dem Maria singt: »er zerstreut, die hochmütig sind in ihrem Herzen … und er erhebt die Niedrigen.«

Es verschiebt sich, was wichtig ist und was unwichtig. Was vor Menschen groß dasteht, kann vor Gott nichts gelten. Die selbst ernannten »Stützen der Gesellschaft«, die Prominenten und Global Players, die sich auf glattem Parkett bewegen und die Talk-Shows bevölkern – sie mögen uns beeindrucken. Doch Gott hat gerade am Kleinen und Schwachen ein besonderes Interesse. Ausgerechnet das winzige Israel sucht er sich aus den Völkern aus. Das Aschenputtel Maria wird die Mutter seines Sohnes. Und Jesus selbst, er verkehrt nicht in den Villen der Reichen, sondern geht an die Hecken und Zäune. Was zählt und worauf es ankommt – es sind Gottes Maßstäbe, nicht die unseren.

Das Magnifikat singt nicht von der Größe, von der Verehrungswürdigkeit der Maria, auch wenn man das viele Jahrhunderte so gesehen hat: »später viel später blickte Maria / ratlos von den Altären auf die sie / gestellt worden war / und sie glaubte an eine Verwechslung« (K. Marti).

Das Magnifikat handelt vom herunter- gekommenen Gott, der sich auf die Suche nach den Menschen gemacht hat.

Er hat Maria »angesehen« – darin steckt schon alles. Er hat nicht über sie hinweggesehen, er hat nicht auf sie herabgesehen, er hat sie angesehen. Gott hat einen Zug zu den kleinen Leuten, so wie wir einen Zug zu den feinen Leuten haben.

Die scheinbar Bedeutungslosen blickt Gott an, alte, einsame Leute, kleine, hilflose Kinder – und weil er sie anblickt, sind sie eben nicht bedeutungslos.

»Die Welt- und Menschenaugen sehen nur über sich, sie wollen ja hochfahren. Aber Gottes Augen sehen nur in die Tiefe, nicht in die Höhe, und je tiefer jemand unten ist, desto besser sieht ihn Gott« (M. Luther).

Gott hat Maria angesehen und ihrem Leben damit einen besonderen Sinn gegeben. Aus einer unter vielen ist sie zu einer Frau geworden, an die sich kommende Generationen erinnern werden.

Und unzählige Menschen werden ihr Lied nachbeten und Hoffnung daraus schöpfen für sich und andere: dass Gott auch sie ansehen und nicht vergessen wird. Amen!

 

Kanzelgruss: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! (2. Kor. 13,13)

 

Stille

Lied nach der Predigt: EG 600 Magnifcat anima mea

 

Glaubensbekenntnis

Lasst uns Gott loben und preisen durch das Bekenntnis unseres Glaubens.

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen!

Fürbittengebet:

Herr, unser Gott, nun lass es bald Weihnachten werden in unserer armen Welt. Gib, dass unseres Herzens Tür dir offensteht und deine Botschaft von Licht und Heil für alle Welt in uns eindringt, damit wir verwandelt werden. Schick‘ uns von der Furcht in die Zuversicht, von der Trübsal in die Hoffnung.

Wir bitten dich um Trost für alle, die Weihnachten allein sein werden. Um Hilfe von Menschen- und Engelshand für alle, die krank sind, die vielleicht ihr letztes Weihnachten erleben.

Wir bitten dich um Einsicht und Umsicht für alle, die sich immer noch sperren gegen das großartige Angebot, das wir haben: Schutz und Schirm vor dem Argen einer Infektion, die so sehr krank machen und töten kann. Was auch immer diese Menschen bewegt: schenke ihnen Vertrauen in die heilende Macht der Wissenschaft und die Erkenntnis, dass es in dieser Frage um uns alle geht.

Herr, unser Gott, du bist Alpha und Omega, Anfang und Ende. In dir leben, weben, sind und bleiben wir allezeit. Lass uns darum empfinden, was Weihnachten uns schenken kann und dein Wort uns verheißt:

„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe“

Amen!

 Stilles Gebet

Um all das bitten wir dich im Namen Jesu Christi, mit dessen Worten wir dich anrufen: Vater unser …

 aterunser:

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe / wie im Himmel / so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld / wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung / sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit / in Ewigkeit. Amen.

Schlusslied: EG 19,1-3 O komm, o komm, du Morgenstern

 Segen:

L: Gehet hin im Frieden des Herrn

G: Gott sei ewiglich Dank

L: Der Herr segne dich und behüte dich / der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig / der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Dies gewähre Euch der dreieinige Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist!

G: Amen. Amen. Amen.

 

Thomas Schanze, Pfarrer

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